Was läuft besser: Putenschnitzel oder Bananeneis?

Hochbetrieb im Adler Bärental! Und das an einem Ruhetag! 14 von 15 Kindern der Schlemmerbande Hochschwarzwald sind zu Gast bei Aline Wimmer-You, die abwechselnd mit zwei weiteren Naturpark-Wirten und Meistervereinigungsmitgliedern die Gruppe betreut. Nachdem es bei Johannes Dünnebacke vom Hotel Schlehdorn rund um Kürbis ging und bei Matthias Hermann in seiner Waldkuchi Süßes gebacken wurde, gibt es diesmal … Schnitzel!

Die Küchenchefin teilt die Schlemmerbande in drei Gruppen: Team Schnitzel, Team Kartoffelpüree und Team Gemüse – denn sie hat ja noch Unterstützung von ihrer rechten Hand Claudia Steurenthaler. Auch Johanna Höpfl und Uta Thoma von der Hochschwarzwald Tourismus GmbH, die in Kooperation mit dem Naturpark Südschwarzwald Träger der Schlemmerbande ist, sind mit vollem Einsatz dabei. In einem der Gasträume werden gemeinsam Kartoffeln um die Wette geschält und Gemüse geputzt.

In der Küche macht Aline eine kleine Messerkunde, bevor es an das ordentlich große Stück Putenfleisch geht: kleine Sehnen und Silberhaut entfernen, in einigermaßen gleich große Schnitzel schneiden, und zwar gegen die Faser. Dann bleibt das Fleisch zarter. Dann müssen die Teile platt geklopft werden, was gar nicht so leicht ist.

Derweil haben Team Kartoffel und Team Gemüse geliefert und ist nun die ganze Schlemmerbande in der Küche versammelt. Die Kartoffeln in den einen riesigen Topf, das Gemüse in den anderen, und in einem kleinen dritten Topf Milch erhitzen, Butter, Salz, Pfeffer, Muskatnuss rein. Beim Salzen geht Adrian mit den Fingerspitzen recht vorsichtig vor. „Mutig sein beim Würzen“, gibt die Köchin Claudia einen frühen rat ihrer Chefin weiter – und greift fast mit der vollen Hand ins Salz. Alles in allem müssen die Portionen ja für 20 Leute reichen. Dementsprechend groß muss man auch bei den Zutaten denken.

Das Gemüse läuft nebenbei fast von allein, die gar gekochten Kartoffeln kommen nach und nach in die Presse, werden in eine große Schüssel gedrückt und anschließend mit der heißen gewürzten Milch mit einem großen Schneebesen verrührt. Am spannendsten sind natürlich die Schnitzel. Eine sogenannte Straße wird aufgebaut, an der die Kinder in der Reihe stehen und das Fleisch erst in Mehl, dann in verrührten Eiern und schließlich in einer Mischung aus Semmelbröseln und Cornflakes wenden, damit die Schnitzel schön knusprig werden. Aline hat schon den Herd angemacht. „Schnitzel zu Hause nie ohne die Eltern machen“, warnt sie, denn mit heißem Fett ist nicht zu spaßen. In den Tiefbräter, der wie eine große Wanne ist und die Pfanne ersetzt, hat sie ganz schön viel Öl rein, sodass die Schnitzel schon beinahe frittiert werden.

Zwischendurch ist noch ein bisschen Zeit zum Erzählen. Zum Beispiel, dass im Adler wie bei allen Naturpark-Wirten möglichst viel mit regionalen und saisonalen Zutaten gekocht wird. Alines Vater, von dem sie 2017 den Betrieb übernommen hat, ist sogar einer der Gründer des Vereins. Das Besondere im Adler: „Wir sind mehr Frauen als Männer in der Küche“, erzählt Aline Wimmer-You. Außer Claudia Steurenthaler gibt es noch eine Spülerin und zwei Männer – und natürlich ihren Mann Johann You, der sich um den Service kümmert, aber heute mit dem Sohn Jakob gelegentlich auch in der Küche vorbeischaut.

Als die Schnitzel alle goldbraun sind, geht es ans Anrichten. „Der Rand gehört dem Service“, sagt Claudia den Kindern, die die Teller also nicht zu voll machen sollen. Trotz Nachschlag bleiben einige Schnitzel übrig, denn es wurden ganz schön viele vorbereitet. „Da könnt ihr morgen Schnitzelweckle machen!“ Beim Eis ist das anders, denn das gibt es ja auch noch – aus gefrorenen reifen Bananen mit Sahne und Honig. Das kommt einfach alles in den Thermomix (oder Mixer, wenn man keinen hat). Jedenfalls: Die Schlange am großen Eisbehälter in der Küche hört gar nicht mehr auf, denn wenn ein Kind eine Portion verputzt hat, stellt es sich gleich wieder hinten an. Und da es bei fast der Hälfte der Kinder zu Hause einen Thermomix gibt – für zum Beispiel Milchreis oder Pfannkuchenteig machen, wie wir hören – würde es uns nicht wundern, wenn in der einen oder anderen Familie demnächst unter Anleitung eines Schlemmerbandenmitglieds auch die große Eisproduktion startet …