Hähnchenschnitzel und Kirschenmichel für alle!

Ganz schön was los im Zum Bäckerhaus in Roßwälden. Wo Markus Eberhardinger sonst mit drei Kollegen am werkeln ist, tummeln sich viele Kinder und drei Erwachsene in der kleinen Küche. Der Chef hat die Schlemmerbande Rechberghausen in drei Teams aufgeteilt: Vorspeise, Hauptgericht und Dessert. Und bitteschön: In drei Stunden muss das Menü fertig sein. Doch, doch: Wir können nicht nur bis drei zählen – das Essen muss für 43 Personen reichen.

Insgesamt aber geht es gut voran, nur beim vermeintlich einfachen schwäbischen Kartoffelsalat hängt es zwischenzeitlich ein bisschen. Das saubere Pellen der gekochten Erdäpfel dauert dann doch etwas länger, sodass der Posten kurzzeitig doppelt und dreifach besetzt werden muss. Da sind wir aber froh, dass Markus Eberhardinger für das Dessert Kirschenmichel mit Vanillesoße höchstpersönlich schon kiloweise Kirschen entsteint und eingefroren hatte … Am schnellsten ist die Vorspeise fertig, obwohl auch hier Geduld gefragt ist: beim Salatputzen, Kräuter zupfen und hacken, Gemüse schneiden und anbraten … Und was macht eigentlich das Team Dessert mit Max, Mara und zwei weiteren Köchen um die Ecke, die nicht einsehbar ist? Da geht es manchmal etwas wilder zu, aber beim Eigelb-vom-Eiweiß-Trennen ist die Viererbande dann doch konzentriert bei der Sache. Kaum Ausschuss!

Heiß begehrt ist das Frittieren von Hähnchenteilen in 160 °C Grad heißem Öl. „Abstand halten! Einer nach dem anderen! Immer hinten anfangen und die Teile vom Körper weg vorsichtig reingleiten lassen“, mahnt Meister Eberhardinger mehrmals. Auch das Panieren macht besonders viel Spaß. Derweil werden nebenan schon die Tische gedeckt. Das kennt Lotte von zu Hause natürlich, aber nicht mit so viel Besteck. Wie heißt es? „Die Gabel oben guckt nach rechts und der Löffel darüber nach links.“ Dass hier überhaupt wieder eingedeckt werden kann, darüber ist Markus Eberhardinger erleichtert, denn auch in Roßwälden war man vergangenes Jahr vom Hochwasser betroffen. Besonders die Konditorei im Zum Bäckerhaus, wo wegen der Schlackeschicht alles raus musste. Auch einer der Gasträume war lange Zeit nicht nutzbar.

Zum Abschiedsessen aber sitzen dort alle beisammen: die 13 jungen Köchinnen und Köche, einige Geschwister und die Eltern. Jospehine Dangelmayr, die „Schlemmerbandenchefin“ von der Gemeinde Rechberghausen, lässt noch einmal kurz Revue passieren, wieviel Freude alles gemacht hat. Uwe Schwab von der IHK Göppingen kann sich für das leckere Essen bedanken – und den Kindern ihre Urkunden aushändigen mit einem Gruß an die Eltern: „Lassen Sie die Kinder in die Küche!“ Um noch hinterherzuschieben: „Und wenn es später um die Berufswahl geht – lassen Sie sie einfach machen …“ Eine kleine professionelle Erstausstattung haben sie jetzt schon, denn Markus Eberhardinger überreicht den erfolgreichen Teilnehmern zum Abschied ein Set mit Messern, Schneebesen und Schälern. Aber die Kinder haben auch etwas zu bieten und schenken den beiden Chefs je eine Holzskulptur mit einem kleinen Koch zwischen Messer und Gabel und dem ausgesägten Schriftzug „Schlemmer Bande“. Da muss sich die nächste Generation aber ganz schön ins Zeug schmeißen! Josephine Dangelmayr jedenfalls hat schon längst ihre neunte Gruppe in Folge am Start, denn der gemeinsame Spaß in der Küche spricht sich rum.

Kinder der Schlemmerbande Rechberghausen kochen Drei-Gänge-Menü im Bäckerhaus